Zur Stabilisierung am Arbeitsmarkt braucht es Flexibilität

Kurzarbeit sollte von Lockerung gesetzlicher Regelungen abgelöst werden

Ohne Kurzarbeit wären die Zahlen am Arbeitsmarkt sicher dramatischer. Doch eine Dauerlösung kann das teure Instrument nicht sein. Dagegen würde mehr Flexibilität den Arbeitsmarkt schneller stabilisieren, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Denn das würde helfen, Arbeitgebern die Entscheidung für Neueinstellungen in der derzeitigen Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung zu erleichtern. Das IW schlägt dazu drei Ansätze vor:

  • Lockerung des Befristungsrechts: Viele Arbeitgeber stellen kaum neue Mitarbeiter ein, weil sie nicht wissen, ob es einige Monate später noch genug Arbeit geben wird. Der gesetzliche Kündigungsschutz erschwert die Lage. Eine vorübergehende Lockerung des Befristungsgesetzes könnte helfen.
  • Lockerung des Arbeitszeitgesetzes: In der Krise wurde deutlich weniger gearbeitet. Der Grund: Kurzarbeit, aber auch der Abbau von Überstunden. Andererseits sollten Unternehmen Höchstarbeitszeit vorübergehend flexibler handhaben dürfen – wenn es hilft, die Krise besser zu bewältigen.
  • Unterstützung flexibler Beschäftigung: Zeitarbeiter dürfen höchstens 18 Monate ohne Unterbrechung in Einsatzunternehmen arbeiten. Während der Krise mussten sie deshalb die Unternehmen oft verlassen – und fanden in vielen Fällen keinen anderen Einsatzbetrieb. Würde die Höchstüberlassungsdauer vorübergehend ausgesetzt, hätten Unternehmen die Möglichkeit, flexibler auf die Krise zu reagieren.

Grafik: Gesamtmetall