Wie gelingt die Fachkräftesicherung?

Was heute getan werden muss, um künftig noch genug qualifizierte Mitarbeiter zu haben

Der demografische Wandel wird den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Welche Weichenstellungen heute passieren müssen, um dem entgegenzuwirken, wollten wir von Vertretern der M+E-Unternehmen, Wissenschaft und Politik wissen. Wir haben sie gebeten, folgenden Satz zu ergänzen:

Die drei wichtigsten Voraussetzungen zur Fachkräftesicherung sind …

 

„… die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, indem der der Staat in den Kitaausbau und die Finanzierbarkeit der Kinderbetreuung investiert, der Ausbau naturwissenschaftlicher Universitätsangebote und die Verbesserung der Studienbedingungen, um die Zahl der Abgänger zu erhöhen, und die Verbesserung der Schulbildung durch individuellere Unterstützung der Schülerinnen und Schüler für eine zufriedenstellende Grundbildung in Sprache und Mathematik.“

Helmut Wierzba, Entwicklungsingenieur bei Richard Bergner Verbindungstechnik (Ribe) in Schwabach

 

xyz

„… eine enge Kooperation mit weiterführenden Schulen und Hochschulen, die eine praxisorientierte Bildung anbieten sollten, ein attraktives Umfeld für Fachkräfte – unter anderem durch eine geeignete Infrastruktur mit ausreichendem Schul- und Kindergartenangebot – und ein gesundes Betriebsklima mit guten Weiterbildungs- und Aufstiegschancen.“

Tobias Müller, Geschäftsführer der Paul Müller Transport- und Verpackungsmittel GmbH in Balve

 

„… eine passgenaue Qualifizierung der Mitarbeitenden gepaart mit der fortlaufenden Anpassung ihrer Fähigkeiten an die Anforderungen der Arbeitswelt 4.0, sowie attraktive Arbeitsbedingungen, um die knapper werdenden Fachkräfte möglichst lange zu binden. Dabei sind nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber gefordert. Vielmehr müssen politisch die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung geschaffen werden: unter anderem durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildung, Arbeits- und Tarifrecht und Zuwanderung.“

Dr. Oliver Ehrentraut, Leiter der Prognos AG in Freiburg

 

„… Investitionen in Bildung, die qualifizierte Arbeitsmarktzuwanderung und betriebliche Kompromissfähigkeit bei der Suche nach potenziell geeigneten Kandidaten.“

Dr. Alexander Kubis, Arbeitsmarktexperte des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg

 


Fotos: Daniel Karmann, Prognos AGFOTOS Koroll, privat