Wandel der Arbeitswelt: Routine bleibt

Das IW hat eine Erwerbstätigenbefragung ausgewertet, in der seit 1979 alle sechs bis sieben Jahre Beschäftigte einschätzen, wie anspruchsvoll ihre Tätigkeiten sind. Dabei zeigt sich: Akademiker erledigen wie alle anderen Beschäftigten heute häufiger Routinejobs als vor 30 Jahren. Insgesamt aber verrichten die Erwerbstätigen nach eigener Einschätzung in der letzten Befragung 2012 im Durchschnitt etwas weniger einfache Tätigkeiten als 1979. Allerdings: Ohne Ausbildung läuft heute kaum etwas – immer mehr Erwerbstätige geben an, dass ihre Arbeit ohne Ausbildung nicht auszuführen sei.
 
Die zunehmenden Anforderungen an die Qualifikation sind auch ein Grund dafür, dass zuletzt nur noch knapp 2,6 Millionen Berufstätige in Westdeutschland keine Ausbildung hatten – 30 Jahre zuvor waren es noch mehr als dreimal so viele. Vor allem hochqualifizierte Akademiker kommen zwar so gut wie gar nicht mehr ohne ihr Know-how aus, erledigen aber wie alle anderen Beschäftigten häufiger Routinejobs. Unterm Strich ist der individuelle Grad an Einfacharbeit für sie ähnlich hoch wie Ende der 1970er Jahre. Weil inzwischen fast acht Millionen Erwerbstätige einen Hochschulabschluss haben – 5,7 Millionen mehr als 1979 –, leisteten die Akademiker 2012 in der Summe genauso viel Einfacharbeit wie die Un- und Angelernten.
 
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