Umfrage zur Qualifizierung 4.0: Bei der digitalen Grundbildung ist noch viel zu tun

M+E-Unternehmer wünschen sich bessere Rahmenbedingungen für praxisnahe Weiterbildung

Um ihre Mitarbeiter mit auf den Weg zur Industrie 4.0 zu nehmen, bilden die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie ihre Mitarbeiter praxisorientiert weiter. Wir haben die M+E-Chefs gefragt, welche Unterstützung sie beim Thema Weiterbildung 4.0 benötigen. Wie die Antworten zeigen, stehen bessere Konzepte für die digitale Grundbildung, aber auch Rahmenbedingungen, die die praxisnahe Weiterbildung im Herz der Wirtschaft erleichtern, weit oben auf der Wunschliste.

Ingrid Hunger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Walter Hunger GmbH & Co. KG Hydraulikzylinderwerk in Lohr am Main

„Industrie 4.0 ist wichtig, wir brauchen aber weiterhin Mitarbeiter, die mechanische Funktionszusammenhänge verstehen. Hierfür brauchen wir keine politisch geschaffenen Weiterbildungsansprüche: Nur in der betrieblichen Praxis können wir sowohl für Industrie 4.0 als auch für die klassischen Inhalte gezielt nach unseren individuellen Bedürfnissen aus- und weiterbilden.“

Dr. Jürgen Jestrabek, Geschäftsführer von Aurubis in Stolberg

„Industrie 4.0 verlangt von den Mitarbeitern künftig nicht nur eine noch stärkere Digital- und Medienkompetenz als heute. Auch Soft Skills wie Teamfähigkeit und vernetztes Denken werden immer wichtiger. Öffentliche Bildungsinstitutionen sind genauso wie Unternehmen gefordert, diese Kompetenzen zu schulen.“

Lutz Oelsner, Vorstandsvorsitzender der GESTRA AG in Bremen

„Ich sehe schon in der beruflichen Bildung großen Handlungsbedarf: Die Berufsschulen brauchen neue Rahmenbedingungen, eine bessere digitale Ausstattung und didaktische Konzepte, wie neue Technologien und Medien in den Unterricht eingebunden werden können. Nur dann werden wir mit unseren unternehmerischen Bemühungen, die Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen auszurüsten, Erfolg haben.“

René Leroux, Geschäftsführer der COO Satisloh Group in Wetzlar

„Bildung 4.0 heißt für mich chancengleiches Lernen ohne Grenzen. Hier bedarf es keiner Regulierung, aber auch keiner Orts- und Zeitabhängigkeit: Das deutsche Arbeitszeitgesetz müsste grundlegend flexibilisiert werden, damit Unternehmen die Bildungsangebote und die Bedürfnisse der Mitarbeiter besser an die betrieblichen Abläufe angleichen können.“

Uwe Walter, Geschäftsführer der Stieber GmbH in Heidelberg

„Die fortschreitende Digitalisierung in der Berufswelt erfordert angepasste, moderne Lösungen im Bildungsbereich. Hier müssen Politik und Industrie zusammen tragfähige und attraktive Konzepte entwickeln, damit Bildung 4.0 nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern ein Fundament für die Zukunft bildet.“

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