So schützen M+E-Unternehmen Mitarbeiter vor Infektionen

Wie Betriebe die Ausbreitung des Coronavirus in ihrer Belegschaft einschränken

Eine gesunde Industrie braucht gesunde Mitarbeiter. Damit die Produktion also auch in einer Pandemie weiter brummt, schützen M+E-Unternehmen ihre Mitarbeiter so gut wie möglich vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Mobiles Arbeiten, Abstands- und Hygieneregelungen, Maskenpflichten und Desinfektionsmittelspender sind längst überall üblich. Doch auch darüber hinaus setzen Betriebe Maßnahmen wie Schnelltests für den Infektionsschutz um. Einige Beispiele.

Coronatests für Mitarbeiter

Schnelltest für Mitarbeiter bei VW
VW gehört zu den vielen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern schon lange Tests anbieten.

Regelmäßige Corona-Tests sind immer noch eine der effektivsten Strategien, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das wissen auch die Unternehmen der deutschen Wirtschaft und gaben im März eine Selbstverpflichtung ab, das regelmäßige Testen der eigenen Belegschaft voranzutreiben. Und sie halten sich daran: Volkswagen beispielsweise hat bereits im vergangenen Sommer „Walkthrough-Testcontainer“ installiert, wo sich alle Mitarbeiter freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können und die Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden vom städtischen Klinikum in Wolfsburg erhalten. Porsche kündigte an zwei Corona-Selbsttests pro Woche an alle Mitarbeiter auszuteilen, die überwiegend im Unternehmen anwesend sind. Außerdem betreibt das Unternehmen seit vielen Monaten zwei eigene Corona-Testzentren in Zuffenhausen und Weissach. Viele weitere Unternehmen, darunter unter anderem auch Bosch, Daimler, der Maschinenbauer Trumpf, Ventilatorenhersteller EBM-Papst und der Elektrotechniker Phoenix Contact, bremsen durch Verteilen von Selbsttests oder Teststationen am Werk die Ausbreitung des Virus in der Belegschaft.

Digitale Weiterbildungsplattform bei ZF

Digitale Weiterbildungsplattform bei ZF
Damit die Weiterbildung auch in der Pandemie läuft, bietet ZF eine Weiterbildungsplattform an.

Die Weiterbildung der Mitarbeiter ist gerade in Zeiten des Strukturwandels und der Digitalisierung am Arbeitsplatz essenziell für den Erfolg der Unternehmen. Ein Problem in Corona-Zeiten: Präsenz-Schulungen und das tägliche Lernen durch den Austausch mit Kollegen fallen größtenteils komplett aus, da das Infektionsrisiko zu hoch wäre. Der Automobilzulieferer ZF setzt deshalb verstärkt auf digitale Schulungsformate. Dafür hat die Aftermarket-Division des Friedrichshafener Unternehmens eine neue Bildungsplattform eingeführt. Dort findet das Online-Training per Video statt. Alle Angebote lassen sich übersichtlich finden und auswählen, können einfach gebucht und auch im Nachhinein flexibel noch einmal angeschaut werden. Ein weiterer Bonus: Mitarbeiter sparen sich die Anreise, senken dadurch Kosten und schonen das Klima.

Mehr Infos zur digitalen Weiterbildungsplattform von ZF.

Workplace-App bei Siemens

App zur Koordination der Präsenzzeiten bei Siemens
Über die Comfy-App von Siemens können Mitarbeiter ihre Präsenzzeiten abstimmen.

Über das vergangene Jahr haben sich viele Menschen mit Schreibtisch-Jobs an das Arbeiten von Zuhause gewöhnt. Allerdings ist es manchmal unerlässlich, einen Tag im Büro zu. Für eine sichere Rückkehr an den Arbeitsplatz mit minimiertem Gesundheitsrisiko hat Siemens eine App für seine Mitarbeiter an rund 600 Standorten eingeführt. In der „Comfy“-App können Mitarbeiter ihre Anwesenheit in den Räumlichkeiten an bestimmten Arbeitsplätzen melden. Kollegen können dann einschätzen, wo im Büro noch freie Plätze mit ausreichend Abstand frei sind und auf welchem Weg sie möglichst kontaktlos dort hinkommen. Auf dieser Grundlage können sie feststellen, ob sie an diesem Tag sicher im Büro arbeiten können und möchten. So ermöglicht es die App, Kapazitätsobergrenzen zu definieren und einzuhalten. In Zukunft sollen die Beschäftigten per App auch Räume und Arbeitsplätze reservieren können.

Mehr Infos zur Workplace-App bei Siemens.

Werkseigenes Impfzentrum bei SKF

Der Weg aus der Pandemie zurück zur Normalität führt nur über die Impfung. Nun da die Impfstoffe da sind gilt es also, möglichst viele Menschen möglichst schnell mit ihnen zu immunisieren. Aktuell findet das noch größtenteils in Impfzentren statt. Wenn es nach dem Maschinenbauer SKF geht, sollten zukünftig neben staatlichen Impfzentren und Hausärzten auch Betriebsärzte in Unternehmen die Impfung durchführen können. Dafür hat die Firma bereits einen Plan entwickelt, das Kantinenbaus am Schweinfurter Standort in ein werkseigenes Corona-Impfzentrum zu verwandeln. Die einzelnen abgegrenzten Stationen – von Check-in über Beratung, Impfung, Wartebereich und Check-out – sind dort bereits eingezeichnet. Bis zu 100 Impfungen könnte man so am Tag durchführen. Nun wartet SKF nur noch auf den Impfstoff und das grüne Licht von den Behörden.

Mehr Infos zum werkseigenen Impfzentrum bei SKF.

Digitale Abschlussfeier für Auszubildende bei Aesculap

Digitale Abschlussfeier für Aesculap-Azubis
Aesculap verabschiedet seine Azubis per Videokonferenz ganz ohne Infektionsrisiko.

Die abgeschlossene Ausbildung ist ein Grund zum Feiern – üblicherweise gemeinsam mit Freunden, Familie, Mit-Azubis und Kollegen aus dem Betrieb. Leider ist das dieses Jahr wegen geltender Abstands- und Kontaktregelungen nicht möglich. Die Auszubildenden des Zahnmedizin-Spezialisten Aesculap aus Tuttlingen haben sich mit Unterstützung des Betriebs deshalb aber nicht die Freude verderben lassen. Die 58 Auszubildenden und 9 Studierenden verlegten die Feier einfach ins Netz und stießen vom eigenen Wohnzimmer aus bei einer Videokonferenz virtuell miteinander an. Dafür hatte das Unternehmen sie mit einem postalischen Geschenkpaket mit einer vergoldeten Schere, einer persönlichen Glückwunschkarte des Lernbegleiters, einem Gutschein und natürlich dem Ausbildungszeugnis überrascht. So konnten die Azubis ihren Abschluss doch gebührend feiern – ganz ohne Infektionsrisiko.

Mehr Infos zur digitalen Abschlussfeier für Auszubildende bei Aesculap.

Fotos: VW, ZF, Siemens, Aesculap

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