So hilft M+E in der Pandemie

Sechs Beispiele, wie Unternehmen mit Produkten und Engagement Corona bekämpfen

Mit Innovationen, Produkten und ausgefallenen Ideen leisten die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie auf vielfältige Weise Hilfe gegen Corona und die Folgen. Hier ein Ausschnitt, wie sie ihren Beitrag dazu leisten, dass wir Sicherheit und ein Stück Normalität zurückgewinnen können.

Maschinen für den Impfstoff-Transport

Zahoransky stellt Anlagen für Impfstoff-Ampullen gegen Corona her.

Wer? Zahoransky

Was? Anlagen zur Produktion von Impfstoff-Ampullen

In aller Welt arbeiten Forscher an der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch auch wenn der medizinische Erfolg gelingt, ist die Arbeit noch nicht fertig. Dann muss der Impfstoff nämlich noch schnell massenproduziert und an möglichst viele Menschen verteilt werden. Daran arbeitet das Unternehmen Zahoransky aus Todtnau im Schwarzwald: Damit wenig Zeit zwischen Impfstoffzulassung und Verteilung vergeht, liefert der Maschinenbauer bereits jetzt Anlagen, mit denen die Ampullen für den Impfstoff produziert werden. Aus den USA bekam das Familienunternehmen einen Großauftrag für 17 Hightech-Anlagen, die jeden Tag 600.000 Impfstoff-Ampullen mit einem patentierten Verfahren vollautomatisch verarbeiten. Die Ampullen bestehen dabei nicht wie üblich aus Glas, sondern aus Kunststoff mit einer speziellen Nanobeschichtung. Das macht sie sicherer transportierbar und länger haltbar – ein wichtiger Faktor bei einem weltweit benötigten Impfstoff.

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Licht für virenfreie Luft in Verkehrsmitteln

Edag stellt Lichtsysteme zur Virenreduzierung her.

Wer? EDAG Group und CleanTec Lighting

Was? Lichtsysteme mit UV-C Strahlung zur Virenreduzierung

Viele Menschen in engen geschlossenen Räumen – das ist aktuell keine gute Idee, denn dort ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, besonders hoch. Trotzdem lässt es sich nicht immer vermeiden, sei es in Büros, Pflegeheimen oder Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn und Autos. Der Ingenieurdienstleister EDAG produziert nun im Auftrag des Unternehmens CleanTec Lighting ein innovatives Luftentkeimungssystem, das genau diese Orte sicherer machen soll. Das „CleanTec Air“ ist eine LED-Lampe die gleichzeitig UV-C Licht abgibt, das die Anzahl der im Raum umherschwirrenden Viren und Keime reduziert. Zunächst fokussiert sich EDAG auf die Produktion von Nachrüstteilen für Bahnen und Autos, im zweiten Schritt sollen diese dann in den Fahrzeugen integriert werden, um die Luft in den Innenräumen zu säubern.

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Vom Bus zum Krankentransportwagen in drei Wochen

Daimler Buses funktioniert Bus für den Krankentransport um.

Wer? Daimler Buses

Was? Krankentransport im umgebauten Passagierbus

Drei Wochen – länger brauchte Daimler Buses nicht, um einen gewöhnlichen Passagierbus mit 45 Sitzen in den größten Intensivtransportwagen Deutschlands zu verwandeln. Der örtliche Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes war an das Unternehmen herangetreten und hatte angefragt, ob man einen Bus in ein Krankentransport-Fahrzeug umbauen könne. Darin sollte möglichst Platz für vier Intensivpatienten, vor allem Corona-Kranke, sein, um Kliniken zu entlasten, wenn Intensivbetten knapp werden. Ein zwölfköpfiges Team machte sich an die Arbeit. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst entwickelte das Team ein Konzept. Dann ging es los: Entkernen, ebene Unterkonstruktion schaffen, Einbau von Schienensystemen für die Liegen und Unterbringung von elektrohydraulischen Fahrtragen, Beatmungsgeräten, Überwachungsmonitore und Sonografie- und Blutanalysegeräte. Dazu noch ein Vernebelungsgerät zum Desinfizieren. Nach drei Wochen war der Wagen fertig – ein Projekt, das sonst Monate oder gar Jahre dauert.

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Ein Spind als Virenkiller

Garderobenschrank von C+P mit Licht als Virenkiller

Wer? C + P Möbelsysteme

Was? Garderobenschrank mit UV-C-Licht

Im Kühlschrank geht das Licht aus, wenn man die Tür schließt – im neuartigen UV-C-Schrank des hessischen Unternehmens C + P Möbelsysteme geht das Licht dann erst an. Zwei Lampen im Spind geben nach Verschließen der Schranktür für drei Minuten kurzwelliges UV-C Licht ab. Dieses wirkt reinigend, indem es die DNA von Keimen und Viren so verändert, dass sie sich nicht replizieren kann – Kleidung und Co. kommen beim nächsten Öffnen des Schranks also ohne Keime oder Corona-Viren vom Haken. Beim Öffnen schaltet sich das Licht sofort automatisch ab. Nachdem Kunden in der Corona-Krise gezielt nach einer solchen Lösung fragten, entwickelte der Einrichtungsexperte die innovativen Spinde innerhalb von zwei Monaten. Nun können zum Beispiel Mitarbeiter in Krankenhäusern und Arztpraxen von der Virenreinigung ihrer Kleidung im Schrank profitieren.

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Wetterprognose per Lidar

Europäisches Wetterzentrum nutzt OHB-Technik

Wer? Airbus und OHB

Was? Wetterdaten vom Forschungssatelliten „Aeolus“

Wer das Gefühl hat, die Wettervorhersage lag zuletzt häufiger als üblich daneben, täuscht sich nicht. Normalerweise liefern Sensoren an Tragflächen der kommerziellen Flieger für Prognosen wichtige Daten über Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit an Wetterdienste. Doch weil im Corona-Lockdown weniger Passagierflugzeuge als sonst in der Luft sind, fehlen diese Messungen – und die Treffsicherheit der Wetterprognosen leidet. Nun füllt ein Satellit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, an dem unter anderem auch Airbus und das Raumfahrtunternehmen OHB mitgebaut haben, die Datenlücke. „Aeolus“ war ursprünglich eigentlich nur zu Forschungszwecken gedacht. Mit der Radar-ähnlichen Technik Lidar sendet er Lichtimpulse aus. Staubkörnchen und Wassertröpfchen in der Atmosphäre reflektieren das Laserlicht. Aus Frequenz und Wellenlänge der Lichtspur lässt sich dann die Windgeschwindigkeit berechnen. Die ESA gibt die Daten wegen der Pandemie nun an Wetterdienste weiter, damit Meteorologen daraus Informationen für die Wettervorhersage gewinnen können – und wir gehen seltener zu warm angezogen vor die Tür.

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Die Viren-Fänger

Raumluftreiniger von Mann+Hummel

Wer? Mann+Hummel

Was? Raumluftreiniger

Volle Klassenzimmer, Großraumbüros mit vielen Kollegen, den Speisesaal im Restaurant um die Ecke: Viele Experten empfehlen, solche Bereiche wegen erhöhter Ansteckungsgefahr lieber zu meiden – oder zumindest die Fenster zum Lüften weit aufzureißen. Im Herbst mag das noch funktionieren, in den Wintermonaten ist das dagegen keine attraktive Alternative. Der Ludwigsburger Filtrationsspezialist Mann+Hummel hat nun eine technische Lösung für das Problem entwickelt. Seit dem Ausbruch der Coronapandemie hat das Unternehmen einen mobilen und einen stationären Raumluftreiniger gebaut, deren Nanofaser-Filter mehr als 99,995 Prozent aller Viren, Bakterien und Mikroorganismen aus der Luft filtern. Viruspartikel, die sich wie SarsCoV-2 an Aerosolen anheften können, bleiben in den Filtern hängen, werden mit UVC-Licht bestrahlt und abgetötet. Eine Anlage kann so bis zu 200 Quadratmeter große Räume von Viren befreien.

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Fotos: ECMWF, Zahoransky, EDAG Cleantec, Daimler Buses, C+P, Mann+Hummel

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