M+E zeigt Initiative gegen den Fachkräftemangel

Projekte der M+E-Unternehmen und Verbände sichern die Fachkräfte von Morgen

Die Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland beugt dem Fachkräftemangel mit zahlreichen Initiativen vor. Damit den Unternehmen in Zukunft nicht die Experten für Produktion, Entwicklung und Steuerung fehlen, hat sie viele Projekte zur Fachkräftesicherung auf die Beine gestellt. Dabei geht es um eine große Bandbreite an Themen: Die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit durch Gesundheitsangebote ist ebenso Ziel der M+E-Initiativen wie die Begeisterung von Mädchen für MINT-Berufe und lebenslanges Lernen. Auch die Unterstützung von Familien zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Trainings für Industrie 4.0 sind Inhalte der Projekte, von denen wir hier einige vorstellen:

Weibliche MINT-Vorbilder wecken Begeisterung bei Schülerinnen

Was? CyberMentor

Wer? Gesamtmetall, Universität Regensburg, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Daimler AG, SAP AG, Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Capgemini Deutschland GmbH

Für wen? Schülerinnen von der 5. bis zur 12. Klasse

Wo? Deutschlandweit

Und was genau? Frauen sind in MINT-Berufen nach wie vor unterrepräsentiert. Das hängt stark mit der Sozialisierung von Mädchen schon im jungen Alter zusammen: MINT-Berufe gelten immer noch vorwiegend als „Männerberufe“ und vielen Mädchen fehlen weibliche MINT-Vorbilder. Dabei werden sie auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels dringend gebraucht. Um die MINT-Begeisterung von Mädchen zu stärken, bringt CyberMentor sie mit genau diesen Vorbildern zusammen. Bei CyberMentor werden Schülerinnen von der 5. bis zur 12. Klasse von einer persönlichen Mentorin begleitet, die entweder MINT-Akademikerin oder -Studentin ist. Ein Jahr lang können sich die Mentoring-Paare online per Mail, Chat und in Foren über MINT-Berufe und -Studiengänge austauschen, gemeinsam naturwissenschaftliche Projekte ausprobieren und mit anderen Teilnehmerinnen im Netzwerk interdisziplinär zusammenarbeiten. Jährlich können bis zu 800 Schülerinnen kostenlos teilnehmen und vom Mentoring profitieren. Und CyberMentor wirkt: 71 Prozent der befragten Schülerinnen, die vor einer Studienwahl standen, entschlossen sich für einen MINT-Studiengang.

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Mit Mädchenförderung und Lehrerfortbildungen für mehr MINT-Nachwuchs

Was? MINT-Nachwuchs fördern

Wer? Stiftung NiedersachsenMetall

Für wen? Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte u. a.

Wo? Im Verbandsgebiet von NiedersachsenMetall

Und was genau? Ein Auto konstruieren, das nur mit der Spannung einer Mausefalle angetrieben wird. Oder Schmuck und Handyhüllen am PC entwerfen und mit dem 3-D-Drucker ausdrucken. Das sind zwei der vielen Projekte, mit denen die Stiftung NiedersachsenMetall Jugendliche praxisnah für Technik begeistern will. Die Stiftung wurde 2003 vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall gegründet, um der Branche langfristig den Nachwuchs zu sichern. Mit 25 MINT-Kooperationsnetzwerken baut sie Brücken zwischen Unternehmen, Schulen und Hochschulen. Das Engagement ist vielfältig: So fördert die Stiftung Schulen bei der technischen Ausstattung und organisiert Fortbildungen für Lehrer. Am Schülerwettbewerb „IdeenFang“ bewerben sich regelmäßig Schülergruppen, um einen der begehrten Aussteller-Plätze auf der IdeenExpo in Hannover zu ergattern. Besondere Schwerpunkte setzt die Stiftung beim Thema Robotik sowie der Förderung von Mädchen. Jedes Jahr zeichnet sie zudem MINT-Lehrkräfte für ihr Engagement mit dem Preis der Stiftung NiedersachsenMetall aus.

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Freies Forschen und Wettbewerbe machen Lust auf MINT-Zukunft

Was? Schülerforschungszentrum Hamburg

Wer? Nordmetall, Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg, Joachim Herz Stiftung, Körber-Stiftung, Universität Hamburg

Für wen? Schülerinnen und Schüler

Wo? Hamburg

Und was genau? Um auch in Zukunft noch genügend Fachkräfte in der M+E-Industrie zu haben, müssen sich auch Schülerinnen und Schüler schon für MINT-Themen begeistern können. Im Hamburger Schülerforschungszentrum wird diese Begeisterung gefördert. Dort können die jungen Entdecker eigenständig in Laboren und Werkstätten an Fragen zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) forschen und bekommen dabei Unterstützung des Schülerforschungszentrum-Teams. Die Kinder können beim freien Forschen selbst an Problemen tüfteln, in gemeinsamen Kursen unter Anleitung der Mitarbeiter arbeiten und sich auf MINT-Wettbewerbe vorbereiten. Im vergangenen Schuljahr gab es 44 Forschungsprojekte von insgesamt knapp 80 Schülerinnen und Schülern und knapp 120 Teilnahmen an den verschiedenen Forscherkursen. Außerdem kooperiert das SFZ für Fortbildungskurse mit Schulen und bietet beispielsweise Fortbildungen für Lehrkräfte an.

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familyNET hilft Unternehmen, Chancen familienbewussten Arbeitens zu nutzen

Was? familyNET

Wer? Verband der Metall-und Elektroindustrie Baden-Württemberg, Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg. Koordiniert und umgesetzt vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.

Für wen? Unternehmen

Wo? Baden-Württemberg

Und was genau? Im Wettbewerb um Fachkräfte stehen nicht mehr bloß Gehalt und Aufstiegschancen im Mittelpunkt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt für viele Mitarbeiter eine immer größere Rolle. „Das Thema wird immer präsenter“, sagt auch Evi Burghart vom Projekt familyNET. familyNET unterstützt und berät Unternehmen bei deren Anstrengungen, ein familienbewusstes Arbeitsleben für die Mitarbeiter zu schaffen. Gemeinsam mit familyNET können Unternehmen einen Gutachtenprozess durchlaufen, an dessen Ende sie das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ erhalten. Zu dem Prozess gehören beispielsweise das Entwickeln von Konzepten zum flexiblen und mobilen Arbeiten und die Schulung von Mitarbeitern zu „Pflegelotsen“. Diese sind erste Ansprechpartner im Unternehmen für alle Fragen rund um die Vereinbarung von Arbeit und der Pflege von Angehörigen. Bei Netzwerktreffen können sich Unternehmen über ihre Erfahrungen austauschen. Das Projekt familyNET 4.0 – gefördert vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg – berät speziell zu den Chancen, die die Digitalisierung für ein familienbewussteres Arbeiten birgt, und entwickelt in Innovation Labs eigene Konzepte.

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Uni-Vorlesung für die Kleinsten und Wissensaustausch über Firmengrenzen hinweg

Was? Wir bilden den Norden

Wer? Nordmetall, AGV Nord, Nordmetall Stiftung, Stiftung der Metallindustrie im Nord-Westen

Für wen? Kita-Kinder, Schüler, Jugendliche, Arbeitnehmer

Wo? Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordwestliches Niedersachsen

Und was genau? Unter dem Dach „Wir bilden den Norden“ begegnen Nordmetall, AGV Nord und die beiden Stiftungen der M+E-Industrie im Norden mit Initiativen und Kooperationen von der Früh- und Grundbildung, über die Berufsorientierung, Ausbildung und Studium bis hin zur Weiterbildung dem Fachkräftemangel. In diesen Bereichen fördern und unterstützen sie zahlreiche Projekte und Kooperationspartner und bauen Brücken zu den Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie im Norden. Im Projekt „Miniphänomenta“ beispielsweise bauen Eltern und Lehrer Experimentierstationen, an denen Grundschüler naturwissenschaftliche und technische Phänomene erforschen können. Bei „nordbord“ bekommen Schüler frühzeitig den Zugang zu MINT-Themen. „NORDCHANCE“ bereitet Jugendliche mit Schwierigkeiten bei der Ausbildungsplatzsuche auf eine betriebliche Einstiegsqualifizierung vor und vermittelt sie danach an Unternehmen. Und das Studiumskonzept dual@tuhh ermöglicht es Studierenden, die forschungsorientierte Hochschulbildung mit Praxisphasen in Betrieben zu kombinieren. Insgesamt fördern die Initiatoren über 40 Bildungsprojekte in Norddeutschland.

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Tarifpartner bereiten M+E-Arbeitnehmer auf Industrie 4.0 vor

Was? Agentur Q

Wer? Südwestmetall, IG Metall Baden-Württemberg

Für wen? M+E-Unternehmen

Wo? Baden-Württemberg

Und was genau? Mit der AgenturQ ziehen die Sozialpartner Südwestmetall und IG Metall Baden-Württemberg an einem Strang, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen. Die gemeinschaftliche Einrichtung berät M+E-Betriebe zu Projekten und Fördermaßnahmen zum Thema Weiterbildung und Fragen des Tarifvertrags zur Qualifizierung. Dabei entwickelt und erprobt die AgenturQ eigene neue Konzepte, so beispielsweise beim Projekt „Weiterbildung 4.0“: In sieben Unternehmen arbeitet die Einrichtung Weiterbildungskonzepte für Beschäftigte in der Industrie 4.0 aus, sodass auch ältere Arbeitnehmer und An- und Ungelernte Mitarbeiter fit für neue Arbeitswelten sind.

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Mit Teilqualifizierung in Etappen zum Berufsabschluss

Was? Arbeitgeberinitiative Teilqualifizierung

Wer? Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber Verbände BDA, Arbeitsgemeinschaft der Bildungswerke der Deutschen Wirtschaft ADBW

Für wen? Arbeitnehmer, Arbeitsuchende

Wo? Deutschlandweit

Und was genau? Bildung endet nicht, sobald man einen Arbeitsplatz gefunden hat. Gerade in Zeiten der Digitalisierung müssen auch langjährige Mitarbeiter immer wieder Neues dazulernen. Hier setzt die Arbeitgeberinitiative Teilqualifizierung an. Sie ermöglicht Mitarbeitern von Unternehmen und Arbeitsuchenden, portionsweise Kenntnisse in einzelnen Fachbereichen zu erwerben und sich diese Leistungen mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat belegen zu lassen. Die Teilqualifizierungen umfassen je nach Berufsbild zwischen fünf und sieben Module, jeweils mit einer Theorie- und Praxisphase. Teilnehmer erhalten für abgeschlossene Einzelmodule ein Zertifikat und können zeitlich flexibel die TQ fortsetzen. Im Anschluss an die Weiterbildung ist die Anmeldung zur Externenprüfung vor der zuständigen Kammer möglich. Für Migranten und Geflüchtete gibt es außerdem ein spezielles Angebot: TQplus mit berufsbezogener Sprach- und Integrationsförderung.

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Arbeitspsychologen beraten für ein stabiles und zufriedenes Arbeitsleben

Was? gesund(me)

Wer? bayme vbm

Für wen? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bayerischer M+E-Unternehmen

Wo? Bayern

Und was genau? Der Krankenstand aufgrund diagnostizierter psychischer Leiden hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und belegt inzwischen mit gut 15 Prozent einen der vordersten Plätze der fehlzeitverursachenden Krankheitsgruppen. Auch wenn in der Regel eine diagnostizierte Gesundheitsstörung mehrere Ursachen hat, von denen die meisten personenbezogener und biografischer Natur sind, haben die Unternehmen ein hohes Interesse, ihre Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern. So kann Arbeit eine positive Wirkung auf die psychische Gesundheit von Menschen haben, wenn sie richtig gestaltet ist. Mit dem Projekt gesund(me) unterstützen die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm ihre Mitgliedsbetriebe bei der langfristigen Erhaltung der Gesundheit und nachhaltigen Sicherung der Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. gesund(me) umfasst dabei die Themenfelder betriebliche Gesundheitsförderung und Eingliederungsmanagement sowie psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. bayme vbm bietet seinen Mitgliedern deshalb im Rahmen des gesund(me) Projektes die Möglichkeit zur kostenlosen und anonymen Telefonberatung durch Arbeitspsychologen. Diese beraten sowohl präventiv wie auch in akuten Fällen. Außerdem helfen sie, bei Bedarf unter den gesund(me)-Netzwerkpartnern passende Therapeuten für eine weitergehende Beratung vor Ort zu finden und zu vermitteln.

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