M+E macht Autos umweltfreundlicher

Im Schwarzwald entstehen Verbrennungsmotoren mit weniger Spritverbrauch

Der Verbrennungsmotor hat längst nicht ausgedient: Innovationen aus der Metall- und Elektro-Industrie machen es möglich, den CO2-Ausstoß von Autos mit  Verbrennungsmotoren deutlich zu senken. Die Erfolge von Entwicklungsabteilungen wie der von PM-DM zeigen, dass es nicht die Aufgabe der Politik ist zu entscheiden, welcher Antriebstechnologie in Deutschland die Zukunft gehören soll. Stattdessen ist es nötig, Forschung im Herz der Wirtschaft technologieoffen zu fördern.

55.000 Mitarbeiter hat der japanische Konzern Minebea weltweit, verteilt auf Produktionsstätten in 26 Ländern. Nicht einfach für ein einzelnes Unternehmen, sich da besonders hervorzutun. Doch den gut 270 Forschern, Ingenieuren und Technikern von PM-DM (Precision Motors Deutsche Minebea) aus dem Schwarzwald gelingt genau das: Der Standort in Villingen-Schwenningen hat sich innerhalb des Konzerns zum größten Entwicklungszentrum für Motoren hochgearbeitet.

Beigetragen hat dazu unter anderem die Entwicklung eines Motorsystems für Autos, das die Lamellen hinter dem Kühlergrill bewegen kann und so dazu führt, dass der Strömungswiderstand geringer wird und so das Auto weniger Sprit verbraucht. Dadurch verringert sich der CO2-Ausstoß. Sind die Klappen geschlossen, komme keine kalte Luft in den Motorraum, sagt Roman Klein, PR-Manager von PM-DM. „Demzufolge heizt sich der Motor beim Start im Winter schneller auf und das spart ebenfalls Sprit.“ Die Klappen werden vom Unternehmen Röchling Automotive in Mannheim hergestellt, PM-DM hat den Antrieb dafür entwickelt. „In dem knapp zehn Zentimeter großen Gehäuse steckt jede Menge Tüftelei“, sagt Klein.

Der Innovationsbrutkasten M+E

„Innovationsbrutkasten“ nennt er die Hightech-Fabrik im Schwarzwald. Als Motorenentwicklungszentrum wollte das Unternehmen ein Stück unabhängiger vom Konzern werden: „Mit den Antrieben für die Kühlerlamellen haben wir unser eigenes Produkt entwickelt“, erklärt Personalchef Markus Wethkamp.

Als Teil dieser Strategie wurde auch ein Heizkörperventil entwickelt, das seine benötigte Energie selbst erzeugt. Dabei wird der Temperaturunterschied zwischen Heizkörper und Raum genutzt, aus dem ein thermoelektrischer Generator Strom produziert – und das macht Batterien überflüssig. Per Smartphone oder Tablet lässt sich optional sogar die Raumtemperatur steuern und wochenweise im Voraus programmieren.

Das Herz der Wirtschaft treibt Forschung voran

Doch das Unternehmen entwickelt auch Antriebe für Festplatten in Computern, einem Geschäftsfeld des Mutterkonzerns. Minebea ist weltweit einer der drei größten Hersteller solcher Festplattenmotoren und produziert jeden Monat mehr als sechs Millionen davon. Im Schwarzwald werden alle Produkte zunächst als Muster gefertigt, bevor sie an anderen Standorten in die Massenproduktion gehen.

„Eine Kompetenz, mehrere Standbeine – das ist unser Erfolgskonzept“, sagt Personalchef Wethkamp. Die Minimotoren aus dem Schwarzwald kommen außerdem in akkubetriebenen Werkzeugen, verstellbaren Autoscheinwerfern und Tankpumpen zum Einsatz. Wethkamp sieht das Unternehmen für die kommenden Jahre gerüstet: „Als Wissenszentrum für den Konzern müssen wir uns um die Zukunft keine Sorgen machen.“

Wir sind Deutschlands Innovationsmotor.
Wir sind die Metall- und Elektro-Industrie.
Wir sind das Herz der Wirtschaft.

Fotos: Wilhelm Mierendorf