M+E lebt digitale Bildung vor

Initiativen aus dem Herz der Wirtschaft bringen Industrie 4.0 in Aus- und Weiterbildung

Die Digitalisierung stellt Bildung und Ausbildung in Deutschland vor neue Aufgaben. Während das öffentliche Bildungssystem darauf bislang noch eher schleppend reagiert, nimmt die Metall- und Elektro-Industrie ihre Eigenverantwortung wahr, indem sie die Aus- und Weiterbildung modernisiert. Mit vielen Projekten trägt sie dazu bei, dass in Schulen Zukunftsqualifikationen vermittelt und sowohl die duale Ausbildung als auch die Weiterbildung den Anforderungen von Industrie 4.0 gerecht werden.Unsere Steckbriefe zeigen fünf Beispiele für das Engagement:

 

Festo bietet Weiterbildung für die Smart Factory an

Was? Cyber-Physical-Factory

Wer? Festo, Spezialist für Steuerungs- und Automatisierungstechnik

Für wen? Alle Mitarbeiter

Wo? Standorte in ganz Deutschland

Und was genau? Die von Festo entwickelte „Cyber-Physical-Factory“ soll ein Baukasten sein, um Smart Factory-Konzepte in Lehre und Forschung zu integrieren und Mitarbeiter in dem Feld weiterzubilden. Die CP-Factory ist ein modulares System, in dem verschiedene Produktionsschritte abgebildet werden. Die Lernfabrik kann unterschiedliche Aspekte der Produktion darstellen, da sie aus verschiedenen und schnell austauschbaren Modulen besteht. M+E-Mitarbeiter lernen so, sich in komplexen, dynamischen Situationen zurechtzufinden, um Industrie 4.0-Produktionsanlagen betreuen, einrichten und reparieren zu können. Ebenfalls in der Werkstatt unterwegs: Robotino, die Mobilrobotik-Plattform. Robotino transportiert Gegenstände von einem Ende der Werkstatt zum anderen. Dank Sensoren zur Umgebungserkennung fährt er ganz autonom durch die Fabrik.

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Siemens bildet zum Industriemechaniker mit Digitalkompetenz weiter

Was? Weiterbildungsprogramm für un- und angelernte Mitarbeiter

Wer? Siemens

Wo? Regensburg

Und was genau? Die Digitalisierung macht auch vor dem Siemens-Werk in Regensburg keinen Halt. Das Problem: Der Wandel sorgt dafür, dass einige Arbeitsstellen für ungelernte Mitarbeiter wegfallen. Gleichzeitig ist die Suche nach Fachkräften für neue Produktionstechniken schwierig, da in der Region viele erfolgreiche Unternehmen agieren und qualifizierte Mitarbeiter suchen.

Deshalb hat Siemens in der Business Unit Low Voltage & Products 2016 ein Weiterbildungsprogramm für an- und ungelernte Mitarbeiter gestartet und schöpft damit aus der eigenen Belegschaft. 28 Monate lang drücken die Teilnehmer aller Altersgruppen wieder die Schulbank und werden zu Industriemechanikern und –mechanikerinnen ausgebildet – bei voller Bezahlung. Anschließend verdienen sie sogar meist mehr, schließlich können sie nun Roboter und Co. steuern statt wie vorher einfache Handarbeit übernehmen zu müssen.

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Datenbrillen und Roboter gehören bei ZF zur Ausbildung 4.0

Was? Ausbildung 4.0

Wer? Automobilzulieferer ZF

Für wen? Auszubildende

Wo? Friedrichshafen/Passau

Und was genau? Um mit der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf die Arbeitswelt Schritt zu halten, hat das Unternehmen aus Friedrichshafen das Projekt „Ausbildung 4.0“ gestartet. Dort lernen Auszubildende jetzt schon früh, mit neuen Methoden und Werkzeugen umzugehen: Datenbrillen für Industriemechaniker, Tablets in der mobilen Instandhaltung, Industrieroboter, an denen Elektroniker und Mechatroniker Programmiersprachen lernen. Und auch Augmented Reality könnte schon bald Teil der Ausbildung bei ZF sein.
Am Standort Passau hat ZF Ende vergangenen Jahres die Lehrwerkstatt komplett erneuert. Unter anderem drei neue Roboterschulungszellen und zwei HoloLenses, die 3D-Projektionen ohne SmartPhone oder Computer darstellen, hat das Unternehmen dort angeschafft.

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BSH bildet mit Robotik-Workshops und 4.0-Straße aus

Was? Ausbildung 4.0

Wer? Haushaltsgeräte-Hersteller BSH

Für wen? Auszubildende

Wo? Traunreut (Bayern)

Und was genau? Smarte Maschinen ziehen auch in den Alltag der Azubis bei BSH ein. Denn in der Ausbildung arbeiten sie künftig unter anderem mit einem Schulungs-Roboter zusammen. Bei Robotik-Workshops lernen die Auszubildenden von Experten, wie sie am besten mit den mechanischen Kollegen umgehen. Beim Projekt „4.0 Straße“ bauen sie kleine, vernetzte mechatronische Anlagen-Teile selbst. Am 3D-Drucker trainieren sie neue Herstellungsmethoden von der digitalen Zeichnung und Datenübertragung bis zur Produktion. Außerdem arbeiten die Lernenden mit dem „Totally Integrated Automation Portal“ von Siemens. Mit der smarten Steuerungstechnik kontrollieren die Azubis digitale Planung, Energiemanagement und integriertes Engineering. Und auch die bereits vorhandenen Maschinen werden auf den neusten Stand gebracht: Die mechatronischen Trainingsanlagen werden digital vernetzt und so 4.0-tauglich gemacht.

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Technik oder Sozialkompetenz? Bei Voith braucht Arbeiten 4.0 beides

Was? Ausbildung 4.0

Wer? Maschinenbauunternehmen Voith

Für wen? Auszubildende

Wo? Heidenheim

Und was genau? 2014 hat Voith in Heidenheim das TrainingCenter für eine moderne Ausbildung eröffnet, das technisch auf dem neusten Stand ist. In der Ausbildung arbeiten die Azubis unter anderem mit Augmented Reality, beispielsweise wenn sie Schichten am virtuellen Schweißgerät schieben. Außerdem erlernen sie das 3D-Drucken, die Programmierung und Bedienung von Robotern und das Auswerten von Produktionsdaten.
Doch Arbeiten 4.0 ist mehr als nur Digitalisierung. Soziale Fähigkeiten werden gerade mit dem Wandel zur Industrie 4.0 immer wichtiger, wo niemand mehr isoliert in seinem Kompetenzfeld arbeitet und interdisziplinäres Arbeiten notwendig wird. Daher werden bisher voneinander abgegrenzte Aufgaben schon in der Ausbildung so weit wie möglich verknüpft. Die Azubis lernen nicht nur, mit der neuen Technik zu arbeiten, sondern werden in übergreifenden fachlichen Kompetenzen, Teamfähigkeit und gutem Sozialverhalten geschult.

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Schul-Cloud: Wissen zu Industrie 4.0 – für alle und überall

Was? Die Schul-Cloud

Wer? Schulkooperationsprojekt MINT-EC (gefördert und unterstützt von den Unternehmensverbänden der Metall- und Elektro-Industrie), Bundesministerium für Bildung und Forschung und Hasso-Plattner-Institut

Wo? 27 Schulen in der Testphase, danach an 300 Schulen

Für wen? Schülerinnen und Schüler

Und was genau? In der Schul-Cloud sollen Lehrinhalte zentral gespeichert werden und für die Schüler und Lehrer jederzeit und von überall abrufbar sein. Das heißt, die Cloud bringt für alle Seiten Vorteile mit sich: Keine Lehrbücher mehr, Schüler können von zu Hause aus Aufgaben zusammen mit Mitschülern bearbeiten. Lehrer können den Lernstand der Schüler besser nachvollziehen, kreativere Aufgaben zur digitalen Bildung im Unterricht einbauen und müssen sich weniger mit Technik-Fragen rumschlagen. Und Schulen werden entlastet, da sie weniger IT-Infrastruktur selbst bereitstellen müssen.

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