Fachkräftemangel wird trotz Corona-Delle weiter wachsen

In der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen in Deutschland offene Stellen gestrichen. Damit ist kurzfristig auch der Bedarf an MINT-Fachkräften gesunken, wie sie vor allem die Metall- und Elektro-Industrie braucht: Während deutschlandweit im Schnitt der vergangenen Jahre im Oktober rund 235.800 Stellen unbesetzt geblieben sind, waren es in diesem Jahr etwa 54 Prozent weniger. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Doch bereits im ersten Quartal 2020 war jeder fünfte MINT-Beschäftigte älter als 55 Jahre. Da ihr Anteil in den kommenden Jahren weiter steigen wird, dürfte sich die Lücke bei den MINT-Fachkräften langfristig weiter verschärfen.

Darunter könnte die Innovationskraft der M+E-Industrie leiden, die mehr als 60 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Innovationsausgaben stemmt. Investitionen in die MINT-Bildung, insbesondere in die Digitalisierung an den Schulen, und Anreize für qualifizierte ausländische MINT-Fachkräfte, nach Deutschland zu kommen, könnten Abhilfe schaffen.