Drehen, bohren, fräsen: Technikbegeisterte lernt beim Kranbauer Demag

Auch in der Pandemie investiert die Industrie in Ausbildung – wie die von Lina Landgraf

Ihre Freizeit hat sie schon immer gerne in der Werkstatt verbracht, Möbel geschreinert oder Deko-Objekte gebaut. Und heute? Lina Landgrafs Begeisterung für Technik und Maschinen ist geblieben – als gewerbliche Auszubildende beim Kranbauer Demag. Wie das Unternehmen seine Ausbildung auch in Corona-Zeiten am Laufen hält.

Was ist ein Kran? Aus welchen Teilen besteht ein Motor? Wer hat die Firma gegründet? Was stellt sie her? Auf eigentlich jede Frage wusste die 16-jährige Lina Landgraf im Bewerbungsgespräch eine Antwort. Und dass sie dann auch noch im väterlichen Betrieb werkelte! „Wir waren alle baff. Mit ihrem Auftreten und ihrem technischen Verständnis hat sie uns begeistert“, erinnert sich Jörg Schneider, Leiter der technischen Ausbildung bei Demag in Wetter. Die Lehre zur Zerspanungsmechanikerin beim Hersteller von Industriekranen und Krankomponenten war ihr sicher.

Die Begeisterung hat sich bis heute gehalten – auf beiden Seiten. „Ich finde es einfach toll“, sagt Lina Landgraf: „Die Arbeit an den Maschinen gefällt mir. Es macht Spaß, zu sehen, welches Produkt aus den einzelnen Teilen entsteht.“ Dabei kannte sie den Beruf erst gar nicht. Ihre Praktika machte die Gesamtschülerin beim Zahnarzt, im Büro und beim Eventmanager und wusste hinterher vor allem eins: „Das ist es nicht.“

Auszubildende Lina Landgraf mit Metallteil
Teil der Prüfungsaufgabe war für Lina Landgraf, aus Metall ein komplexes Teil zu fertigen.

Werkeln hat ihr schon immer Spaß gemacht

Die Dortmunderin wünschte sich auf jeden Fall etwas Handwerkliches. „An der Schule war Technik mein bestes Fach. Das hat mich am meisten interessiert“, sagt sie. Ihre Freizeit hat sie schon immer gerne in der Werkstatt verbracht, Möbel geschreinert oder Deko-Objekte gebaut. Über einen Bekannten wurde sie auf den Beruf des Zerspaners aufmerksam und war nach einem Besuch in dessen Betrieb Feuer und Flamme. Im Internet suchte sie nach passenden Ausbildungsbetrieben und entschied sich am Ende für die Demag: „Hier gibt es gute Weiterbildungsmöglichkeiten, die Produkte sind spannend. Und das Unternehmen gibt es schon so lange, das erscheint mir sicher.“ Dafür nahm sie auch die tägliche Anfahrt in Kauf: Eineinhalb bis zwei Stunden mit Bus und Bahn. „Das war schon knifflig. Aber jetzt hab ich den Führerschein und ein Auto.“

Demag-Auszubildende Lina Landgraf mit Ausbilder Adem Kaya
Unter Anleitung von Ausbilder Adem Kaya geht es für die Azubis schnell an die Maschinen.

Volles Demag-Programm zum Ausbildungsstart – ein Jahr vor Corona

Die junge Frau hatte das Glück, 2019 noch das volle Demag-Programm zum Ausbildungsstart mitmachen zu können: Kennenlern-Grillen mit allen Azubis, Begrüßung der Neuen mit Werkorchester und Geschäftsführung, Tagesfahrt. Auch einige Veranstaltungen zum 200-jährigen Jubiläum hat sie miterlebt. Das vergangene Corona-Jahr sah da schon anders aus. „Wir sind trotzdem ein tolles Team und halten zusammen“, sagt Lina Landgraf. Im November ist die Lehrwerkstatt in neue, größere Räume umgezogen – alle haben mit angepackt, den Farbpinsel geschwungen, Kisten geschleppt, Schränke eingeräumt. „Es ist richtig schön geworden“, schwärmt sie.

Eine kurze Corona-Schließungsphase haben die Ausbilder mit der Vermittlung des CNC-Programms im Homeoffice überbrückt, danach lief der Lehrwerkstattbetrieb in zwei Schichten weiter. So konnten sich die Azubis auch gut auf die Abschlussprüfung Teil I vorbereiten. Nach einer Zeichnung ein Teil anfertigen, drehen, fräsen, bohren – gefordert ist all das, was Lina Landgraf gerne macht. Kein Problem also. Sie freut sich schon drauf, wenn es anschließend in die Produktion geht. Da werden die Komponenten gefertigt, die weltweit in den Demag-Kranen verbaut werden.

Fotos: Demag

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