Digitale Ausbildung: Online-Projekte ersetzen Messen

Industrieauszubildende werben bei Weidmüller über digitale Kanäle für Ausbildung

Ausbildungsmesse: ausgefallen oder digital. Schulprojekte: abgesagt. Tag der offenen Tür: jetzt, in Corona-Zeiten, digital. Bei Weidmüller in Detmold gleich zwei Tag lang, von Azubis, für potenzielle Azubis. Wie eine angehende technische Projektdesignerin und andere Berufseinsteiger über digitale Medien für Ausbildung werben.

Ton an, Kamera läuft: Laureen Peters zeichnet mit schnellen Strichen eine Skizze an die Wand. Schnitt: Aus der Skizze wird ein Computerentwurf, dann ein Prototyp aus dem 3-D-Drucker. Schnitt: Metallteile werden nach dem Entwurf der jungen Frau und eines weiteren Azubis gebohrt, gefräst, zusammengefügt. Fertig ist die neue Pfeffermühle – Ende des Videos.

Das gute Stück gibt es leider nicht zu kaufen. Es ist ein Azubi-Projekt der angehenden technischen Produktdesigner von Weidmüller - wie Laureen Peters. „Das hat Spaß gemacht. Es war cool, vor der Kamera zu stehen“, sagt die junge Frau. Sie erlernt den Beruf im ersten Ausbildungsjahr.

Im richtigen Berufsleben sorgen Produktdesigner beim Detmolder Produzenten von industrieller Verbindungs- und Automatisierungstechnik dafür, dass Reihenklemmen und Schaltschränke sich leicht bedienen lassen, Automatisierungsmodule Maschinen steuern - und dazu schön aussehen. Mit dem Video hilft die Auszubildende ihrem Arbeitgeber, Nachwuchskräfte zu rekrutieren.

Das geht derzeit nur online. Die Messen sind ausgefallen oder laufen nur virtuell ab. Die Schulprojekte wurden wegen Corona abgesagt. Und der Tag der offenen Tür fand nur digital statt – dauerte dafür aber auch zwei Tage, an denen die Azubis ihre Berufe im Video vorstellten und Fragen live im Chat beantworteten.

Mehr als 900 Teilnehmer im digitalen Chat

„Wir waren die Ersten in unserer Region mit einer solchen Online-Veranstaltung“, sagt Eberhard Niggemann, der die Weidmüller-Akademie leitet. Die Einrichtung bündelt alle Bildungsaktivitäten des Unternehmens: von den Schülerpraktika über die Ausbildung bis zu den Kundenschulungen. „Der Aufwand war groß, aber wir hatten viel positives Feedback.“

Über 900 Teilnehmer klinkten sich ein. Manche haben sich auch später wieder gemeldet, um weitere Infos zu bekommen. Vorausgegangen war dem eine Nachwuchskampagne in sozialen Medien. Über Instagram und Facebook konnte Weidmüller über 9.000 Jugendliche erreichen. „Viele haben sich dann bei uns beworben“, freut sich Niggemann. Deshalb wird er bald nachlegen. Denn Weidmüller nimmt auch 2020 rund 40 neue Azubis auf. „Unser Bedarf bleibt stabil. Fachkräfte zu finden, ist schon schwierig und wird noch schwieriger. Das hat mit der demografischen Entwicklung zu tun.“

Auch nach Corona setzt Weidmüller auf digitale Medien

Auch wenn in Zukunft wieder mehr Präsenz möglich sein wird, wollen die Detmolder zusätzlich auf virtuelle Ansprache setzen. „Wir werden Infotage online machen und Chats zu Berufsbildern und Ausbildungsabläufen ermöglichen“, so Niggemann. Aber einen Besuch vor Ort könne dies nicht ersetzen: „Gerade in den gewerblich-technischen Berufen ist es wichtig, auch mal an der Maschine zu stehen und selbst etwas herzustellen.“

Fotos: Weidmüller

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