Auch Unternehmen brauchen Arbeitszeitflexibilität

Was Unternehmen helfen würde, flexibel auf Auftragsschwankungen zu reagieren

Für die Unternehmer der Metall- und Elektro-Industrie gehört es zum guten Ton, Mitarbeitern bei ihren Bedürfnissen nach Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit flexiblen Arbeitszeiten und mobilem Arbeiten entgegenzukommen. In Zeiten des Fachkräftemangels, technologischen Wandels und der Globalisierung steigen zudem die Herausforderungen, die ihrerseits Flexibilität von den Unternehmen fordern. Wir haben Unternehmer aus dem Herz der Wirtschaft deshalb gefragt:

Was brauchen Sie von der Politik, um mit dem Produktionsfaktor Arbeit flexibel auf die Herausforderungen Globalisierung, Digitalisierung und neue Technologien reagieren zu können?

„Ich würde mir wünschen, dass das Arbeitszeitgesetz auf die Frage überprüft wird, ob es noch in unsere Zeit passt. Besonders die Ruhezeitenregelung und die 10-Stunden-Grenze für die tägliche Arbeitszeit stammen noch aus einer Zeit, als die Mitarbeiter an Hochöfen standen. Es kann zum Beispiel nicht sein, dass wir als Arbeitgeber kontrollieren müssen, ob ein Mitarbeiter, der noch einen Nebenjob hat, seine Ruhezeiten einhält.“

Dr. Glenny Holdhof, Geschäftsführerin Edur-Pumpenfabrik, Kiel

„Arbeitszeitflexibilität ist notwendig, um die zunehmend dynamischen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen besser bewältigen zu können. Dafür braucht es von der Politik eine Öffnung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Tarifparteien und mehr Möglichkeiten, individuelle Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer treffen zu können.“

Michael Weinfurter, Personalleiter bei Balluff in Neuhausen a. d. F., Baden-Württemberg

„Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Wir würden mit der Europäischen Richtlinie Flexibilität gewinnen, die eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden vorsieht. Es muss zudem möglich sein, nach Feierabend eine kurze dienstliche Nachricht zu verschicken. Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung der Ruhezeit sind.“

Stephan K. Fischer, Geschäftsführer von Fischer Licht & Metall in Mühlhausen, Bayern

„Aus technischer Sicht können Mitarbeiter schon heute, aber in Zukunft weiter steigend zeitlich flexibel und jederzeit von überall arbeiten. Die Nutzung dieser Möglichkeiten wird von jungen Beschäftigten zunehmend erwartet und zurzeit nur durch antiquierte, einschränkende tarifliche und gesetzliche Regelungen verhindert. Dies trifft bei jungen Menschen auf Unverständnis. Hier gilt es, moderne Rahmen zu schaffen, um diese neuen Arbeitsformen zu ermöglichen.“

Jürgen Mönnig, Personalchef von Hottinger Baldwin Messtechnik in Darmstadt

„Das starre Arbeitszeitrecht, das der Gesetzgeber vorgibt, bedarf einer Überarbeitung. Und hier geht es nicht nur um die Bedarfe des Arbeitgebers vor dem Hintergrund steigender Herausforderungen, sondern auch um die Wünsche vieler Arbeitnehmer hinsichtlich individueller Arbeitszeitmodelle. Diese lassen sich nicht immer mit den vorgegebenen arbeitsrechtlichen Grundlagen abbilden. Eine Flexibilisierung wäre für beide Seiten von Vorteil.“

Peter Schöler, Personalleiter der Viega Holding in Attendorn, Nordrhein-Westfalen
 

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