Die wirtschaftliche Lage im Sommer 2013

Nach einem sehr schwachen Winterhalbjahr hat sich die M+E-Industrie bis zur Jahresmitte 2013 wieder etwas erholt. So stieg die Produktion im zweiten Quartal 2013 kräftig um 4,1 Prozent gegenüber dem 1. Quartal. Zudem haben die Auslandsaufträge im Juni deutlich zugelegt und den gesamten Auftragseingang im 2. Quartal mitgezogen (+0,5 Prozent gegenüber Q. 1).

Schwachpunkt bleibt aber weiter die inländische Investitionsgüternachfrage. Das Geschäftsklima hat sich im August spürbar verbessert: Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sind gestiegen. Im weiteren Jahresverlauf ist demnach mit einer leichten Konjunkturverbesserung zu rechnen.

Die Beschäftigung hat im Mai und Juni nur noch wenig zugelegt, offenbar ist der Beschäftigungsaufbau zunächst ausgelaufen. Die verbesserten, aber immer noch knapp negativen Beschäftigungserwartungen sprechen für eine stabile Beschäftigungslage. Die Erträge haben 2012 das Vorjahresniveau nicht ganz erreicht. Die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung baut vor allem auf das Wachstum in den Schwellenländern und den USA. Die Erwartungen für den Euro-Raum bleiben verhalten, auch wenn es zuletzt positive Signale gibt.

Die Verunsicherung der Unternehmen wächst eher noch. Denn zu den außenwirtschaftlichen Risiken kommen binnenwirtschaftliche hinzu: steigende Strompreise und die Pläne für Steuererhöhungen in den Wahlprogrammen verschiedener Parteien. Deshalb halten sich die Investoren auch 2013 weiter zurück.

Auftragseingang

Vor allem dank eines deutlichen Zuwachses bei der Exportnachfrage im Juni ist der gesamte Auftragseingang im zweiten Quartal noch um 0,5 Prozent gegenüber dem 1. Quartal gestiegen. Die Auslandsnachfrage musste dabei den Rückgang bei den Inlandsaufträgen (-1,1 Prozent) überkompensieren. Im Inlandsgeschäft zeigt sich weiterhin die heimische Investitionsschwäche. In der Branchenbetrachtung gab es nur im Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik einen Rückgang (-1,1 Prozent zu Q1). Der Auftragseingang im Fahrzeugbau (+1,1 Prozent), im Maschinenbau (+0,8 Prozent) und in der Metallverarbeitung (+0,6 Prozent) lagen über dem Niveau des 1. Quartals.

Produktion

Nach einem schwachen Produktionsjahr 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011) hat die M+E-Produktion im 1. Quartal 2013 leicht (+1,1 Prozent) und im zweiten Quartal recht kräftig zugelegt (+4,1 Prozent). Überraschend deutliche Zuwächse gab es dabei im Fahrzeugbau (+9,5 Prozent). In den anderen großen M+E-Branchen stieg die Produktion im zweiten Quartal ebenfalls: im Maschinenbau um +1,9 Prozent, in der Metallverarbeitung um +1,1 Prozent und im Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik um +0,4 Prozent. Die Kapazitätsauslastung legte zuletzt wieder leicht zu und lag im Juli bei 84,3 Prozent.

Beschäftigung

Die M+E-Beschäftigung lag im Juni 2013 saisonbereinigt mit 3.706.340 Mitarbeitern über dem Vorkrisenniveau von 2008 und 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allerdings stieg die Beschäftigung nur noch wenig gegenüber dem Vormonat. Die weiteren Beschäftigungspläne der M+E-Industrie sind sogar leicht negativ. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 269.000 Neueinstellungen. Durch die Krise 2008/2009 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 455.000. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank von 240.000 im Juni 2011 auf 205.000 im Juni 2012.

 

Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt hat sich die Schere zwischen Arbeitslosigkeit und offenen Stellen zuletzt wieder geöffnet. Die Bundesagentur für Arbeit zählte im Juli 2013 in den M+E-Berufen saisonbereinigt 180.000 Arbeitslose, 18.000 mehr als im Vorjahresmonat. Andererseits waren 86.100 ungeförderte Offene Stellen gemeldet, eine Abnahme von 23.300 gegenüber dem Vorjahresmonat. Im April 2013 gab es in der M+E-Industrie nach ersten BA-Prognosen rund 53.000 Kurzarbeiter. Der Höhepunkt der vergangenen Krise lag im Mai 2009 bei 975.000 Kurzarbeitern. Die Anzeigen der M+E-Betriebe zur Kurzarbeit betrugen im Juli 2013 rund 15.100.

Geschäftsklima

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie hat sich im August merklich verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage stieg auf +18 Punkte (Juli: +12). Die Erwartungen wurden gegenüber dem Vormonat ebenfalls günstiger und lagen mit +8 Punkten (Juli: +5) per Saldo im positiven Bereich. Damit erwarten die Unternehmen im Schnitt in den kommenden sechs Monaten eine leichte Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit.

Aussichten 2013

Nach dem deutlichen Zuwachs 2011 (+12,2 Prozent) durch die Erholung aus der vorgehenden tiefen Krise stagnierte die M+E-Produktion im Jahresdurchschnitt 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011). Für 2013 erwarten wir ein leichtes Wachstum um +0,5 Prozent. Dafür muss die M+E-Produktion allerdings ihr relativ hohes Produktionsniveau vom zweiten Quartal weitgehend halten. Die Beschäftigung liegt gegenwärtig zwar noch deutlich über dem Vorkrisenniveau, allerdings ist für die kommenden Monate allenfalls mit einer stabilen Beschäftigungsentwicklung zu rechnen.