Die wirtschaftliche Lage im Herbst 2013

Nach einem schwachen Winterhalbjahr hat sich die Metall- und Elektro-Industrie im ersten Halbjahr 2013 wieder deutlich erholt, und auch im 3. Quartal verzeichnen Produktion und Auftragseingang leichte Zuwächse. Das Geschäftsklima hat sich im Jahresverlauf deutlich verbessert und zeigte zuletzt im November deutlich nach oben. Lagebeurteilung und Erwartungen sind klar im positiven Bereich. Zudem kommen aus dem Euro-Raum ermutigende Nachrichten über das allmähliche Abklingen der Rezession. Zum Jahresende hin ist demnach mit einer weiteren leichten Konjunkturverbesserung zu rechnen. Wechselhaft zeigt sich die Beschäftigung. Nach einer deutlichen Zunahme im Juli fiel sie im August und September wieder leicht.

Für den weiteren Jahresverlauf ist angesichts neutraler Beschäftigungserwartungen mit keinem wesentlichen Beschäftigungszuwachs mehr zu rechnen. Die Erträge werden 2013 wohl wieder das Vorjahresniveau erreichen. Für das weitere Geschäft der M+E-Industrie sind die inländischen Investitionen von zentraler Bedeutung. Auch hier gibt es Hoffnungszeichen: Nach sechs Quartalen des Rückgangs sind die Ausrüstungsinvestitionen im 2. Quartal 2013 zum ersten Mal wieder gestiegen (+0,9 Prozent). Ob die Unternehmen wieder verstärkt investieren oder die Verunsicherung anhält, hängt nun auch von der zügigen Bildung einer Regierung und deren inhaltlichem Programm ab. Die sich abzeichnenden Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen lassen die erhofften Wachstumsimpulse eher vermissen.

Auftragseingang

Dank eines sehr guten Inlandsgeschäfts ist der Auftragseingang im 3. Quartal um 1,7 Prozent gegenüber dem 2. Quartal gestiegen. Die Auslandsaufträge konnten mit einem Plus von 0,5 Prozent nicht so stark zulegen wie das Inlandsgeschäft (+3,6 Prozent). Im Fahrzeugbau gab es im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal die größten Zuwächse (+3,6 Prozent), gefolgt vom Maschinenbau (+1,9 Prozent). Die Metallverarbeitung stagnierte im Wesentlichen (+0,3 Prozent) und der Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik verzeichnete einen Rückgang (-1,4 Prozent).

Produktion

Die Produktion konnte im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal saisonbereinigt ebenfalls leicht zulegen und stieg um 0,7 Prozent. Der Zuwachs kommt allerdings alleine aus dem Fahrzeugbau (+4,1 Prozent), die Metallverarbeitung stagnierte (+0,0 Prozent) und im Maschinenbau (-1,5 Prozent) und im Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (-1,9 Prozent) lag die Produktion unter dem Niveau des 2. Quartals. Die Kapazitätsauslastung blieb zuletzt stabil und lag im Oktober bei 84,2 Prozent.

Beschäftigung

Die M+E-Beschäftigung lag im September 2013 saisonbereinigt mit 3.714.000 Mitarbeitern um 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Mit einem Rückgang von -2.300 Beschäftigten gegenüber August nimmt die Beschäftigung aber wie bereits im Vormonat leicht ab. Die weiteren Beschäftigungspläne der M+E-Industrie sind leicht negativ. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 277.000 Neueinstellungen. Durch die Krise 2008/09 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 459.500. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank von 240.000 im Juni 2011 auf 205.000 im Juni 2012

Geschäftsklima

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie hat im November konnte deutlich zulegen. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage stieg von +14 auf +17. Deutlicher noch konnten die Erwartungen zulegen, von +8 auf +14 Punkte.

 

Aussichten 2013

Nach dem deutlichen Zuwachs 2011 (+12,2 Prozent) durch die Erholung aus der vorgehenden Krise stagnierte die M+E-Produktion im Jahresdurchschnitt 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011). Für 2013 erwarten wir ein leichtes Wachstum um +0,5 Prozent. Dafür muss die M+E-Produktion ihr Niveau vom 3. Quartal jedoch bis Jahresende halten. Die Beschäftigung liegt zwar noch deutlich über dem Vorkrisenniveau, allerdings ist für die kommenden Monate mit keinem größerem Beschäftigungszuwachs mehr zu rechnen.