Die wirtschaftliche Lage im Frühjahr 2013

Die Schwächephase in der M+E-Industrie hält auch im Frühjahr 2013 an. Zwar legte die Produktion im 1. Quartal wieder leicht zu. Der Absturz aus dem 4. Quartal 2012 ist damit allerdings noch lange nicht wettgemacht. Die Auftragseingänge konnten sich im 1. Quartal kaum vom 4. Quartal abheben und lagen mit 0,8 Prozent nur leicht im Plus. Das Auslandsgeschäft war sogar leicht rückläufig. Das Geschäftsklima hat sich nach einem deutlichen Anstieg zu Jahresbeginn im März und April wieder abgeschwächt.

Die bislang erwartete Erholung im weiteren Jahresverlauf könnte später einsetzen als bislang gedacht: die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind nur noch neutral. Die M+E-Beschäftigung ist im 1. Quartal gestiegen. Die Beschäftigungserwartungen für die nächsten Monate sind leicht negativ. Das spricht für ein Auslaufen des Beschäftigungsaufbaus, der rund zweieinhalb Jahre angehalten hat. In dieser Phase haben die M+E-Unter­nehmen rund 260.000 Stammarbeitsplätze aufgebaut. Die Erträge werden 2012 das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen. Die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung baut vor allem auf das Wachstum in den Schwellenländern und den USA. Die Erwartungen für den Euro-Raum bleiben verhalten bis negativ, auch bei den inländischen Anlage-Investitionen stehen die Zeichen bislang eher noch auf Rückgang.

Auftragseingang

Der Zuwachs bei den Auftragseingängen hat wieder an Schwung verloren. Nach einem Anstieg von +1,7 im 4. Quartal gegenüber dem Vorquartal stiegen die Auftragseingänge im 1. Quartal um +0,8 Prozent. Sogar ein Minus weisen die Auslandsaufträge auf (-0,2 Prozent). In der Branchenbetrachtung rutschten die Aufträge im Maschinenbau (-0,9 Prozent zum 4. Quartal) und in der Metallverarbeitung (-0,2 Prozent) ins Minus. Der Fahrzeugbau erholte sich leicht (+1,0 Prozent), während der zuletzt gebeutelte Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik deutlich zulegen konnte (+4,4 Prozent).

Produktion

Die M+E-Produktion stagnierte im Jahresdurchschnitt 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011). Besonders schwach fiel das 4. Quartal 2012 aus (-3,6 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal). Im 1. Quartal 2013 konnte die Produktion diesen Sinkflug zwar beenden, mit einem Plus von +1,5 Prozent den Absturz im Vorquartal jedoch bei weitem nicht ausgleichen. In den meisten Branchen stagniert die Produktion, so der Maschinenbau (+0,2 Prozent), der Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (+0,7) und die Metallverarbeitung (+0,9 Prozent). Einen deutlichen Zuwachs gab es zwar im Fahrzeugbau (+2,5 Prozent), allerdings fiel hier das 4. Quartal mit -6 Prozent auch besonders schwach aus. Die Kapazitätsauslastung ging zuletzt wieder leicht zurück und lag im April bei 83,1 Prozent .

Beschäftigung

Die M+E-Beschäftigung lag im März 2013 mit 3.700.800 Mitarbeitern über dem Vorkrisenniveau von 2008 und 1,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar stieg die Beschäftigung um 6.250. Die weiteren Beschäftigungspläne der M+E-Industrie sind allerdings leicht negativ. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 264.000 Neueinstellungen. Durch die Krise 2008/2009 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 455.000. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank von 240.000 im Juni 2011 auf 205.000 im Juni 2012.

Geschäftsklima

Nach Rückgängen im März und April hat sich der ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie im Mai wieder etwas erholt. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage stieg im Mai auf +11 (April: +7). Auch die Erwartungen konnten ihr Niveau leicht verbessern, lagen aber im Mai mit +2 per Saldo noch im neutralen Bereich. Damit erwarten die Unternehmen im Schnitt in den kommenden sechs Monaten kaum eine Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit.

Aussichten 2013

Nach dem deutlichen Zuwachs 2011 (+12,2 Prozent) durch die Erholung aus der vorgehenden tiefen Krise stagnierte die M+E-Produktion im Jahresdurchschnitt 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011). Für 2013 erwarten wir ein leichtes Wachstum von bis zu +0,5 Prozent. Dafür muss die M+E-Produktion allerdings im zweiten Halbjahr deutlich an Tempo gewinnen. Die Beschäftigung liegt gegenwärtig zwar noch deutlich über dem Vorkrisenniveau, allerdings ist für die kommenden Monate allenfalls mit einer stabilen Beschäftigungsentwicklung zu rechnen.