Die aktuelle wirtschaftliche Lage zu Jahresbeginn 2013

Die M+E-Industrie durchlebt im Winter 2012/13 eine deutliche Schwächephase: Im Januar/Februar 2013 lag die M+E-Produktion saisonbereinigt nur um 0,1 Prozent über dem sehr schwachen 4. Quartal 2012. Die Auftragseingänge waren im Januar/Februar noch leicht rückläufig. Es fehlten vor allem die Impulse aus dem Ausland, die im 4. Quartal noch für steigende Auftragszahlen gesorgt hatten.

Das Geschäftsklima hat sich nach einem deutlichen Anstieg zu Jahresbeginn im März wieder leicht abgeschwächt. Dennoch spricht das Gesamtbild für eine Erholung im weiteren Jahresverlauf: Lage und Erwartungen für die nächsten sechs Monate werden von den M+E-Unternehmen per Saldo positiv eingeschätzt. Die M+E-Beschäftigung ist im Januar und Februar gestiegen. Dies kann aber zum Teil mit statistischen Effekten (Berichtskreisanpassung) zu tun haben. Die Beschäftigungserwartungen für die nächsten Monate sind leicht negativ. Das spricht für ein Auslaufen des Beschäftigungsaufbaus, der rund zweieinhalb Jahre angehalten hat. In dieser Phase haben die M+E-Unter­nehmen rund 260.000 Stammarbeitsplätze aufgebaut. Die Erträge werden 2012 das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen. Die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung baut vor allem auf das Wachstum in den Schwellenländern und den USA. Die Erwartungen für den Euro-Raum bleiben verhalten bis negativ, auch bei den inländischen Anlage-Investitionen stehen die Zeichen bislang eher noch auf Rückgang.

Auftragseingang

Nach dem Anstieg der Auftragseingänge im 4. Quartal (+1,7 Prozent gegenüber dem 3. Quartal) hat sich diese positive Entwicklung im Januar/Februar nicht fortgesetzt: Die Auftragseingänge blieben im Zweimonatsdurchschnitt um 0,6 Prozent hinter dem Wert des 4. Quartals zurück. Das Minus geht auf das Konto der Auslandsaufträge, während die Bestellungen aus dem Inland leicht zulegten. In der Branchenbetrachtung rutschten vor allem die Aufträge im Maschinenbau (-2,4 Prozent zum 4. Quartal) ins Minus. Der Fahrzeugbau ging leicht zurück (-0,5 Prozent), die Metallverarbeitung hingegen lag leicht im Plus (+1,0 Prozent), während der Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (+1,7 Prozent) zugelegt hat.

Produktion

Die M+E-Produktion stagnierte im Jahresdurchschnitt 2012 (-0,1 Prozent gegenüber 2011) nach aktualisierten amtlichen Daten. Im Januar/Februar 2013 lag sie nur leicht (+0,1 Prozent) oberhalb des sehr schwachen 4. Quartals 2012. Von den vier großen Branchen lagen sogar drei leicht im Minus: der Fahrzeugbau (-0,4 Prozent), der Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (-0,5) und der Maschinenbau (-0,7). Gegenüber dem 4. Quartal erholen konnte sich nur die Metallverarbeitung (+0,6 Prozent). Die Kapazitätsauslastung stieg zuletzt wieder leicht und lag im Januar bei 83,3 Prozent.

Beschäftigung

Die M+E-Beschäftigung lag im Februar 2013 mit 3.695.000 Mitarbeitern (Daten nach Revision 2012) über dem Vorkrisenniveau von 2008 und 1,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat stieg die Beschäftigung um 5.000. Während der Anstieg im Januar zum Teil auf die jährliche Berichtskreisanpassung zurückgeführt werden kann, überrascht der Februarwert vor dem Hintergrund eher negativer Beschäftigungspläne der M+E-Industrie. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 260.000 Neueinstellungen. Durch die Krise 2008/2009 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 460.000. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank von 240.000 im Juni 2011 auf 205.000 zur Jahresmitte 2012.

Geschäftsklima

Nach einer deutlichen Erholung des ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie zum Jahresanfang ist im März das Klima wieder leicht zurückgegangen. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage fiel von +10 auf +8. Die Erwartungen konnten ihr Niveau ebenfalls nicht halten und fielen per Saldo von +9 auf +5.