Unser Standort

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie und ihre Mitarbeiter sind das Herz der Wirtschaft. Wir sind Jobmotor und Beschäftigungswunder, Schlüsselindustrie und Wohlstandsgarant. Wir sind Ausbildungsbank und Ideenschmiede. Wir schaffen Chancen und bieten Sicherheit.

Keine andere Branche in Deutschland hat eine vergleichbare Bedeutung für Wachstum und Wohlstand in unserem Land. Wir produzieren Technologie für die Welt – Tag für Tag, an hochmodernen, sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen. Neun von zehn unserer 3,7 Millionen Arbeitsplätze sind unbefristete Vollzeitstellen.

Wir sind stolz auf unsere Produkte, auf die Leistung unserer Mitarbeiter, auf den Ruf unserer Branche. Wer etwas leisten will, ist bei uns willkommen, egal wer, egal woher. Für uns ist Arbeit nicht nur unser täglich Brot – sie hält unseren Puls am Schlagen. Wir bejahen internationalen Wettbewerb, denn wir sind überzeugt, dass sich die Qualität unserer Produkte weltweit durchsetzt.

Wir bilden unseren Fachkräftenachwuchs selbst aus. Mehr als 210.000 Auszubildende erlernen derzeit einen M+E-Beruf. Zugleich setzen wir uns aktiv für den Erhalt von flexiblen Beschäftigungsmöglichkeiten ein, denn sie sind notwendig für den Erfolg unserer Unternehmen und bieten vielen geringer Qualifizierten die Chance auf einen Einstieg in die industrielle Arbeitswelt.

Diese Internetseite dokumentiert die Bedeutung der Unternehmen und den Wert der Arbeit in der der Metall- und Elektro-Industrie. Sie zeigt, wie sehr es sich lohnt, die berufliche Zukunft im Herz der Wirtschaft zu suchen.

 

Dr. Rainer Dulger

Gesamtmetall-Präsident

 

Die wirtschaftliche Lage in der M+E-Industrie im Herbst 2016

Konjunkturbericht aus dem Herz der Wirtschaft

Im dritten Quartal hat sich die Produktion in der M+E-Industrie wieder leicht erholt und liegt insgesamt auf einem Wachstumspfad von etwa 1,5 Prozent. Diese Entwicklung hat sich im Oktober bestätigt. Gleichzeitig ist der Auftragseingang zuletzt spürbar gestiegen und weckt Erwartungen nach einem weiteren Produktionsplus. Erhebliche Zuwächse kamen sowohl aus dem Inland als auch von den Auslandsorders. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober über dem langjährigen Durchschnitt. Das Konjunkturklima in den M+E-Unternehmen ist im November leicht gesunken: Geschäftslage und auch Geschäftserwartungen liegen aber per Saldo deutlich im Plus.

Das Umfeld bleibt trotzdem schwierig: Die inländische Konsumkonjunktur geht zum großen Teil an M+E vorbei und ein Aufschwung im Exportgeschäft muss sich erst noch bestätigen. Zusätzlich haben sowohl die BREXIT-Entscheidung der Briten als auch die Ankündigen des neugewählten US-Präsidenten die Unternehmen verunsichert. Die M+E-Unternehmen haben die Zahl der Mitarbeiter im September saisonbereinigt weiter leicht erhöht. Die Beschäftigungspläne signalisieren Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Die M+E-Unter­neh­men haben 2016 ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten (ifo-Gewinn­umfrage vom September 2016). Die weitere Entwicklung wird ­– neben der inländischen Investitionstätigkeit – auch von der Handelspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump beeinflusst, denn die USA sind der wichtigste Abnehmer von M+E-Produkten aus Deutschland.

Auftragseingang

Im Oktober 2016 ist der Auftragseingang gegenüber dem dritten Quartal saisonbereinigt mit 4,9 Prozent deutlich gestiegen. Dabei nahmen die Inlandsaufträge um 5,8 Prozent und die Auslandsaufträge um 4,4 Prozent zu. Die Entwicklung in den einzelnen Branchen verlief durchweg positiv: so stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem dritten Quartal in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau jeweils um 1,5 Prozent, im Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik um 4,3 Prozent und im Fahrzeugbau deutlich um 7,5 Prozent.

Produktion

Die M+E-Produktion lag im Oktober saisonbereinigt um 0,4 Prozent über dem Niveau des dritten Quartals 2016. Die M+E-Branchen entwickelten sich dabei uneinheitlich: während die Produktion gegenüber dem dritten Quartal in der Metallverarbeitung und im Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik jeweils geringfügig um 0,1 Prozent stieg, stagnierte diese im Fahrzeug. Lediglich die Produktion im Maschinenbau entwickelte sich mit -1,3 Prozent rückläufig. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober 2016 bei 87,4 Prozent und damit ein Stück über dem langjährigen Durchschnitt.

Beschäftigung

Die M+E-Beschäftigung lag im Oktober 2016 mit 3.839.200 Mitarbeitern saisonbereinigt um 0,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber September 2016 nahm die Zahl um etwa 3.500 zu. Die Beschäftigungspläne der M+E-Unternehmen signalisieren Zurückhaltung bei weiteren Neueinstellungen. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 402.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Durch die Krise 2008/09 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 474.600. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ist 2015 wieder leicht gestiegen, von 180.000 im Juni 2014 auf 190.000 im Juni 2015.

Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt ist die Schere zwischen Arbeitslosigkeit und gemeldeten offenen Stellen am aktuellen Rand wieder etwas kleiner geworden. Ohnehin bleibt der Trend weiter positiv: Die Bundesagentur für Arbeit zählte im November 2016 in den M+E-Berufen saisonbereinigt 155.300 Arbeitslose, 10.000 weniger als im Vorjahresmonat. Andererseits waren 131.200 ungeförderte offene Stellen gemeldet, eine Zunahme von 12.200 gegenüber dem Vorjahresmonat. Faktisch signalisiert diese Situation eine spürbare Anspannung auf dem Arbeitsmarkt. Im März 2016 gab es in der M+E-Industrie nach ersten BA-Prognosen rund 34.300 Kurzarbeiter. Der Höhepunkt der vergangenen Krise lag im Mai 2009 bei 975.000 Kurzarbeitern. Die Anzeigen der M+E-Betriebe zur Kurzarbeit betrugen im Juli 2016 rund 6.100.

Verdienste

Im dritten Quartal 2016 stiegen die Bruttomonatsverdienste in der M+E-Industrie (Vollzeit inkl. Mehrarbeit, Kurzarbeit, ohne Sonderzahlungen) um 2,5 Prozent und die Bruttostundenverdienste um 2,7 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Im Durchschnitt des Jahres 2015 waren die Monatsverdienste um 3 Prozent und die Stundenverdienste um 2,7 Prozent gestiegen.

Kosten, Produktivität

Die Lohnstückkosten sind von Januar bis September 2016 um 0,4 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen. Einem deutlichen Anstieg der Arbeitskosten (+1,4 Prozent) stand ein Produktivitätsplus von 1 Prozent gegenüber. Bereits 2015 waren die Lohnstückkosten um 2,5 Prozent gestiegen. Die Energiepreise sinken weiter: während Öl- und Gaspreise im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich nachgaben (Öl: -25,0 Prozent; Gas: -16,8 Prozent), sind die Strompreise mit +0,7 Prozent leicht gestiegen. Bei den Stahlerzeugnissen lagen die Preise der meisten Sorten im zweiten Quartal 2016 weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Preise

Die M+E-Unternehmen haben 2016 mit sinkenden Erzeugerpreisen zu kämpfen, es herrscht deutlicher Preisdruck auf den Märkten. Die Preise für M+E-Erzeugnisse lagen im zweiten Quartal 2016 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahr (nach 0,3 Prozent in Q1), die Exportpreise um 0,7 (nach ±0 Prozent in Q1) und die Importpreise um 2,3 Prozent unter Vorjahr (Q1: 1,6 Prozent). Die Verbraucherpreise sind 2015 mit einer Jahresrate von 0,3 Prozent spürbar langsamer gestiegen als 2013 (+1,5 Prozent) und 2014 (+0,9 Prozent). Im November 2016 sind die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent gestiegen.

Erträge

Laut ifo-Umfrage von September 2016 wird die M+E-Industrie 2016 im Durchschnitt Gewinne nach Steuern in Höhe von 3,7 Prozent des Um­satzes erwirtschaften. Die Erträge bleiben damit auch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau von 2007 (4,7 Prozent). Die Zahl der Insolvenzen im M+E-Gewerbe (Industrie + Handwerk) lag 2015 mit 988 Insolvenzen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (1.044 Insolvenzen).

Geschäftsklima

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie ist im Dezember 2016 leicht gestiegen und liegt nun bei 105,9 Punkten (November: 105,3 Punkte). Dabei stieg der saisonbereinigte Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage von +25 Punkte auf +26 Punkte, der Saldo der Erwartungen der M+E-Unternehmen nahm um einen Punkt von +10 Punkte auf +11 Punkte zu.

Aussichten 2016

Im Jahr 2015 (Jahresdurchschnitt) ist die M+E-Produktion um 0,6 Prozent gewachsen. Für 2016 ist nach bisherigen Prognosen ein Wert zwischen 1 und 1,5 Prozent zu erwarten. Die Beschäftigung liegt inzwischen deutlich über dem Vorkrisenniveau, nach den Plänen der Unternehmen ist für die kommenden Monate allenfalls mit einem leichten Beschäftigungszuwachs zu rechnen.

Stand: 23.12.2016